Vor 5 Monaten gepostet

Nach 6Monatiger Lagerung im Wasser sind getrockete Kokosnussfasern ideal zum Spinnen von Seilen. Sehr stabil die Dinger.

Vor 5 Monaten gepostet

Floating through the Backwaters!

Wie im letzten Blog schon erwäht, besteht die indische Küstenlinie in der Gegend rund um Kochi großteils aus vorgelagerten Inseln, und dahinter erstrecken sich ausgeprägte Wasserlandschaften mit einer Vielzahl von Flüssen und Kanälen. Was liegt da näher, als die Gegend ganz entspannt mit dem Ruderkahn zu erkunden?

Die Tour hat mich sehr an Laos erinnert. Hier in den Backwaters führen die Menschen ein Leben in bescheidenen Verhältnissen. Als Mann ist man Fischer, Bauer oder schippert faule Touristen durch das Delta. Als Frau ist spinnt man Seile aus Kokosnussfaser und schmeisst den Haushalt. An dieser Stelle soll keine Diskussion über klassische Rollenbilder entstehen. ;)

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Mit dem Mopped entlang der Küste!

Von Aurangabad ging es per Zug zurück nach Mumbai. Die etwa 350km Strecke haben Wir, in der dritten Klasse sitzend, in 9 Stunden hinter Uns gebracht. Die eigentliche Zugfahrt in der “Holzklasse” ist für diesen Zeitraum ganz okay. Aber das “Einsteigen” gestaltet sich als spannend. Sofern man einen Sitz reserviert hat, steht dieser auf dem Spiel, wenn man nicht schnell genug ist. Ohne Reservierung sitzt man halt aufm Boden, dann isses egal. Der Schaffner und die zahlreichen Verkäufer, welche unentwegt durch die Wagons patroullieren, finden schon ein Weg über Dich hinweg. Inder scheinen “bistabil” zu sein. Die beiden Zustände sind “Wahnsinn” und “Relaxt”. Hält ein Zug, schaltet die Masse auf “Wahnsinn” es wird laut, es wird geknufft, gedrängelt, geschoben, verstaut, geschrien und geschimpft. Hat sich der Trubel erst mal gelegt, gehts wieder in den “Relax-Mode”. Ich konnte Unsere beiden reservierten Plätze erfolgreich gegen die Horden verteidigen! Yay! Das war nochmal ein kleiner Exkurs zum Zugfahren in Indien, aber nun zurück zur Geschichte. Der Aufenthalt im Bundesstaat Maharastra ist also zuende.

Von Mumbai sind Wir mit dem Flieger rund 1000 km in den Süden geflogen. Etwa 1 Stunde mit dem Taxi vom Flughafen Cochin entfernt, auf einer zum Meer hin vorgelagerten Halbinsel befindet sich der Ort Fort Cochin. Derartig vorgelagerte Inseln sind für diesen Teil der indischen Küste typisch. Im Hinterland der Inseln befinden sich eine Art Marschen, welche als die Backwaters bezeichnet werden. Das Gebiet ist zum Teil sumpfig und von unzähligen kleinen Kanälen durchzogen. Eine Wundervolle Landschaft!

Am ersten Tag unseres Aufenthaltes in Cochin hat Patrick vorgeschlagen, dass Wir Uns Mopeds ausleihen und durch die Gegend düsen. Ist scheinbar eine von Pats Leidenschaften! Ich konnt es dem kleinen Zwerg nach langem Betteln nicht mehr ausschlagen. Okay! Dann also ohne Erfahrung, aber immerhin mit Sturzhelm und nem mulmigen Gefühl im Bauch zum ersten mal auf ein Zweirad. Es war ein Scooter mit Automatik. Alle wesentlichen Bedienelemente dieses “Fahrzeugs” haben zufriedenstellend funktioniert, aber das Ding sah ziemlich ungepflegt und zerbrechlich aus? Was soll ich mehr sagen ausser… Määäääm Mämmm Mämmm Bäp Bäp Bäp! Der Zweitakter zieht ziemlich gut, das Handling war okay, und man konnte Vertrauen in die Sache gewinnen. Also Los gehts! In Cochin ist der allgemeine, indische Verkehrswahnsinn noch recht gediegen. Fährt ja eh jeder wie er will.

Es ging zunächst die Küste entlang, vorbei an kleinen Dörfern und zahlreichen…äh…Kirchen? Achja, stimmt ja! Etwa 86% der indischen Bevölkerung sind Hindu. Hier in Cochin, einer alten Residenz der Portugiesen, sind jedoch fast alle Inder christlich geprägt. Sogar Namen wie Nixon, Gilbert oder Bastian, welche total untypisch für Inder sind, findet man hier sehr oft. Die christlichen Praktiken wurden sehr stark beeinflusst von den anderen Religionen. Es scheint auch einen starken Reliquienkult zu geben. Und sogar einen christlichen Umzug, bei dem mehrere dieser Reliquien zur Schau getragen wurden, haben Wir gesehen. Wie gesagt, Kirchen gibt es hier wie Sand am mehr, und vom Stil könnten Sie unterschiedlicher nicht sein.

Kurz vor der Hälfte der Tagesstrecke ist es dann passiert. Wir haben am Strassenrand gehalten, um ein Foto zu machen. Patrick fuhr wieder an, um an der anderen Strassenseite auf einem besseren Platz zu halten. Ich wollte Ihm folgen, habe zuviel Gas gegeben, bin vorwärts geschossen und der Sand am Strassenrand liess den Hinterreifen die Haftung verlieren. Und so hats mich ganz elegant aufs Maul gelegt! Wie ein Marienkäfer lag Ich da. Sofort kamen ein paar Inder und halfen mir auf. Ein kurzer Selbstcheck, Ich bin Okay! Ein paar Kratzer an den Händen, dem Ellenbogen und der Schulter…aber nicht der Rede wert. Der Beutel meiner Kamera war im Eimer und Kamera hat was abbekommen, aber Sie geht noch. Das Moped sprang nicht mehr an. Nach etwas Gefummel hab ich das offensichtlich gelockerte Zündkabel wieder auf die Kerze gesteckt und die Kiste lief wieder. Ausser ein paar Kratzern hat auch das Bike nix Ernsteres davon getragen. Alles noch dran! Neben dem ganzen Rost und den Beulen werden ein paar neue Striemen vielleicht gar nicht auffallen. Jedenfalls bin ich jetzt vorsichtiger! ^^

Nach einer Schock-Pause sind Wir dann umgekehrt. Es war ohnehin spät. Den Rückweg haben Wir auf Strassen im Hinterland zurück gelegt. Genau auf der Rückseite der Insel, die Backwaters im Blick. Zurück in Cochin haben Wir noch das jüdische Viertel und einen Markt besucht. Danach endete der erste Tag und die Moped Tour mit vielen neuen Eindrücken. Die witzigste Erkenntniss des Tages war, wie Inder es mit der Religion halten. Christentum, Judentum, Buddhismus, Islam, Hinudismus, Jain…für Inder scheinbar Alles eine Suppe, aus der man kräftig schöpfen kann. Hihi!

Vor 5 Monaten gepostet

Mini tatsch mich mal!

Der letzte Spot auf unserer Tagestour run um Anurangabad war das Bibi Ka Maqbara. Wie beim grossen Vorbild, den Taj Mahal bestehen Boden und Kuppel aus Marmor, die Wände sind jedoch aus einer Art Sandstein gefertigt. Trotz seiner wesentlich geringeren Grösse sieht das Gebäude aus der Ferne dem Mahal sehr ähnlich. Wer jetzt denkt, es ist bloss eine billige Kopie, der irrt.
Das Bibi Ka Maqbara, desen Name übersetzt “Grab der Herrin” lautet, ist eines der letzten grossen Mausoleen der Mogulzeit in Indien. Gewidmet ist das Grab Dilras Banu Begum, einer der Ehefrauen Mogul Aurangzebs.

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Fort Daulatabad

Die Stadt Daulatabad befindet sich auf einem riesigen Plateau, welches weit hintem am Horizont durch steil emporsteigende Berge begrenzt wird. Die einzige Erhehbung mitten auf der Ebende ist der 185m hohe Devagiri, dessen Namen als “Götterberg” übersetzt werden kann.
Rund um den Berg haben die damailgen ewohner eine Festungsanlage mit einer 4,5m langen Aussenmauer und mehreren inneren Verteidigungszonen erbaut. Die fast senkrechten Felswände des Devagiri und die verschiedenen Mauersysteme machten das Fort praktisch uneinehmbar. Über Höhlentreppen und Steinwege kann man bis nach oben zum Wachpavillon aus der Mogulzeit steigen. Auf dem Gelände befinden sich zahlreiche Ruinen von Tempelanlagen und eine gut erhaltene Moschee mit Ihrem roten Minarett, dem Chand Minar. Wer den 60 minütigen Aufstieg wagt, wird mit einer phantastischen Panoramaaussicht auf die umliegende Gegend belohnt.

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Baujahr 1964

Am Rande unserer Besichtigungstour haben Wir diesen Schönling gefunden. 50 Jahre hat dieser Prabhat schon auf dem Buckel. Und er läuft. Der Besitzer pflegt sein Gefährt offensichtlich mit viel Liebe. Hier in Indien kann man noch sehr häufig gut erhaltene Fahrzeuge zu gesicht bekommen. Sie befinden sich aich im Einsatz als Taxis.

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Ellora

Auf die Höhlen von Ajanta mit Ihrer aussergewöhlichen Lage und den prachtvollen Wandmalerreien ist der letzte Blog eintrag eingegangen. Die Besonderheiten von Ellora liegen in den ausgezeichneten Steinmetzarbeiten, die bis zu dreistöckigen Gebäude wurden direkt aus dem Fels gemeisselt und sich reichlich mit Steinkunst verziehrt. Ellora ist einer der wenigen Orte auf dieser Erde, an der Buddhismus, Hinduismus und Jainismus, kurz gesagt also mehrere Religionen über lange Zeit friedvoll nebenher existierten. Die ältesten Anlagen stammen aus dem 4. Jahrhundert, und sind buddhistisch geprägt. Im 6.Jahrhundert geselten sich die hinduistischen, und im 8.Jahrhundert die jainistischen Anlagen hinzu. Die Ausübung der drei Religionen überschneidet sich zum Teil auf mehrere Jahrhunderte.

Ellora befindet sich etwa 30km nordwestlich von Aurangabad. Wir haben die Tempelanlagen zusammen mit dem Fort Daulatabad und dem Bibi Ka Maqbara besucht. Aber davon lest Ihr in den nächsten Blogs.

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Ajanta

Etwa 100Kilometer nördlich von Aurangabad, in der Nähe der Stadt Ajanta schneidet der Fluss Whagora seit Uhrzeiten fortwährend ein hufeisenförmiges Tal in den umliegenden Fels. Vor gerade einmal 1800 Jahren haben dann buddhistische Mönche damit begonnen, ein ganzes System aus Höhlen in die steilen Berghänge dieses Tals zu meisseln. Im 5.Jahrundert gerieten die Höhlen aufgrund von Feindseeligkeiten gegenüber Buddhisten in Vergesseneit. Während einer Tigerjagt im Jahre 1819 hat der britische Offizier John Smith das damals komplett mit Vegetation überwucherte Tal wieder entdeckt, und sich prompt mit Hammer und Meisel in Höhle 10 verewigt.

Heute sind die Ajanta-Höhlen ein beliebtes Reiseziel. Menschen aus aller Herren Länder, vorwiegend jedoch die Inder selbst bekunden mit dem Besuch dieses Ortes Ihr Interesse an vergangener indischer Kultur.

Die Höhlen wurden von vorne nach hinten, und von oben nach unten gemeiselt. Anhand einiger unfertiger Aushebungen kann mann dieses “Mehrlagen-Verfahren” deutlich erkennen. Die Arbeiter mussten niemals Leitern oder ähnliches verwenden, sondern arbeiteten immer auf Kopfhöhe. Die Steinqualität reichte für den Bau von zweistöckigen Höhlen aus. Für mehr Etagen war das Gestein zu rissig.

Die prachtvollsten Höhlen sind verziert mit Gemälden und Zeichnungen, zum Teil aus der Zeit des historischen Buddha Siddharta. Zum malen wurden ausschließlich gemahlene Steinpigmente verwendet. Das teuerste Material, das Aquamarin für blaue Töne, musste aus anderen Ländern importiert werden. Blautöne wurden daher sparsam und nur an wichtigen Stellen eingesetzt.

Man kann alle Höhlen barfuss betreten und ohne Blitzlicht fotografieren. Gegenüber der Prallseite des hufeisenförmigen Tals ragt eine Bergspitze empor, auf der sich ein Aussichtspunkt befindet. Von hier aus bietet sich ein malerischer Blick auf das Tal mit seinen Höhlen und den Wasserfall, welcher in dieser Saisson leider ausgetrocknet ist.

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Hier sieht man wie Braut und Bräutigam den Feierplatz betreten.

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You wanna marry her?

Mittlerweile sind Wir von Nashik aus per Bus weiter nach Aurangabad gereist. Die Fahrt war geprägt von Momenten, in denen mein Hintern den Kontakt zum Sitz verloren hat. Die Strassen sind ganz okay, aber es wimmelt hier vor “Speed Bumps”, die zum langsam Fahren zwingen sollen. Leider sind diese Spassbremsen sehr hoch. Wir saßen auf den hintersten Rängen direkt auf dem Hinterrad. Dem entsprechend schaukelig war die Angelegenheit.

Direkt am ersten Abend, kurz nach der Busfahrt sind Wir auf der Suche nach einem Restaurant auf einen Hochzeitsumzug gestossen. Mir war nach dem anstregenden Ritt nicht nach Feiern zumute. Wir haben Uns nach dem Essen dennoch unter die Menge gemischt und zugeschaut. Und so musste es kommen, wie es kommen musste. Schliesslich fällt man als Europäer unter Indern auf. Man verpasste Uns kurzerhand einen Turban, zerrte Uns zu den Tanzenden und Wir waren die Ehrengäste dieses Abends.

Eine Hindu-Hochzeit ist wirklich ein Grossereignis. Angeblich waren an diesem Abend 2000 Gäste geladen. Es wird getanzt und reichlich gegessen. Alkohol sieht man hier keinen. Da Wir schon zuvor gegessen haben, kam Uns das angebotene Essen bald zu den Ohren raus. Man lehnt jedoch nicht ab und probiert von Allem ein wenig, sonst wäre es unhöflich. Die Feier ging die ganze Nacht hindurch. Wir haben Uns nach ein paar Stunden unbemerkt verflüchtigt.

In Indien läuft das mit dem Heiraten ein wenig anders. Es gibt zwar auch die so genannten Liebeshochzeiten, aber der überwiegende Teil der Ehen ist arrangiert. Meistens bestimmen in Indien die Eltern, wen man heiratet. Es kann vorkommen, dass Braut und Bräutigam sich zur Hochzeit das erste mal sehen. Jeder mag darüber denken, was er will. Meine persönlich Meinung ist, dass diese Paarfindung nicht besser, aber auch nicht schlechter sein Muss als eine Liebesheirat.

Patrick und Ich wünschen dem Brautpaar viel Glück, ein langes Leben und viele Kinder und Enkelkinder.

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Bitte recht freundlich!

Inder sind ausgesprochen kontaktfreudig. Man wird praktisch auf offener Strasse gefragt: “Where you from?”. Wenn man darauf antwortet, entwickelt sich zwangsläufig ein Gespräch. Verstärkt wird dieses Interesse an Uns insbesondere durch Patricks Aussehen. Ein 1.55m grosser, weißer Dude mit blonden Rastas, blauen Augen und nen 20cm langen Zickenbart ist der Garant für Dutzende “Please Picture? Take Picture?” am Tag. Man kann es gelassen nehmen, die Menschen sind allesamt sehr freundlich und wirklich interessiert. Wir sind quasi mal auf der anderen Seite der Glasscheibe im Menschenzoo. ^^

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Die heilige Kuh!

Die gehörnten Vierbeiner mit dem Pansenmagen sind in Indien wirklich allgegenwärtig. Sogar in Mumbai!

Sehr bemerkenswert ist das Verhalten von Autofahrern gegenüber den Paarhufern. Üblicherweise sind Hupen und Drängeln die Ausdrucksmittel der Wahl, wenn es darum geht, sich mit Nachdruck Platz zu verschaffen. Steht jedoch eine Kuh auf der Strasse passiert…Nix…kein “Schubsversuch”, kein Gefluche…Nix. Meistens trotten die Rindviehcher nach kurzer Zeit von Selbst davon. Sie scheinen zu spüren, das man Ihnen hier nicht ans Leder will. Manchmal möchte man meinen, Sie nutzen das aus. ^^

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The holy bath!

Rund um das Ramkund, mitten in Nashiks Altstadt befinden sich zahlreiche Tempel. Das gesamte Areal ist den Hindus sehr heilig. Angeblich soll Lord Ram während seines Aufenthalts in Nashik an diesem Ort, wo der Godavari Fluss eine 90 Drehung nach rechts beschreibt, sein tägliches Bad genommen haben. Der Fluss selber wird auch “Der Ganges des Südens” genannt. Jedenfalls war er augenscheinlich wesentlich sauberer als das Original. In Ramkund vollziehen die Hindus auch Ihren Todesritus. Nach der zeremoniellen Verbrennung des toten Körpers werden die Überreste dem Fluss übergeben.

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Das nasch Ick!

Da sind wir also nun, in Nashik, der mit 1.5 Millionen Einwohnern drittgrössten Stadt im Bundesstaat Maharastra. Nashik ist bekannt für seine zahlreichen Tempel und das öffentliche Bad Ramkund am Fluss Godavari. Darüber hinaus befindet sich hier eines der wichtigtsten Weinanbaugebiete von Indien.

Am ersten Tag Unseres Besuches haben Wir den zahlreichen Tempeln und dem Ramkund einen Besuch abgestattet. Es war brütend heiss an diesem Tag, wie eigentlich immer in Indien. Und so waren die schattenspendenten Mauern der Tempel eine willkommene Abkühlung. Wenn man sich Zeit nimmt, und in den heiligen Stätten verweilt, bekommt man viel mit von den spirituellen Praktiken der Hindus. XD

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Train Drain!

Nach den ersten Tagen in Mumbai haben Wir Uns dazu entschlossen, nach Nashik zu reisen. Und hier gehts dann los mit der Qual der Wahl:

a) Zug: günstig, sicher, Bürokratie hoch drei
b) Bus: günstig, flexibel, über Stock und Stein
c) Flugzeug: dekadent komfortabel aber teuer

Die Inder reisen vorzugsweise mit dem Zug. Eine 350km Strecke kostet unschlagbare 3Euro für 2 Personen. Das Schienennetz wurde ursprünglich von den Engländern gebaut und ist sehr weit im Land verzweigt. Unfälle mit dem Zug sind recht selten. Das waren dann auch die Vorteile. Eigentlich wird man zwar IMMER mit dem gewünschten Zug befördert, wenn das auch bedeutet, dass man in der Holzklasse auf dem Fussboden sitzen muss. Aber keine Sorge, der Schaffner und die zahlreichen Verkäufer im Zug finden schon einen “eleganten” weg an Dir vorbei.

Will man einen Sitz oder eine Liege in einer der höheren Klassen buchen, dann kann man das an einem Bahnhof oder auf dem Online Portal der Indian Railway tun. Letzteres ist eine absolute Katastrophe!!! Die Seite ist permannet überlastet, und meistens geht bei der Reservierung irgend Etwas schief. Abgesehen davon kann man die Züge 60 Tage im Vorraus reservieren. Die guten Plätze sind dem zufolge also vergriffen und man landet wieder in der Holzklasse. Wozu also der ganze Reservierungskram? Fürn Eimer! Ihr merkt, hier steckt ne Menge Energie drin, hab mich schon mehrfach derbe über diesen Bürokratieirrsinn aufgeregt.

Der einzige wirklich praktikable Weg, um an begehrte Tickets der höheren Klassen zu kommen, ist der Tourist Counter in grösseren Bahnhöfen. Jap, also wirklich nur bei GROSSEN Bahnhöfen in GROSSEN Städten. Diese haben Zugriff auf ein Touristen-Kontingent an Fahrkarten, die man nicht online buchen kann. Ansonsten ergeht es Einem ebend wie jedem Otto-Normal-Inder auch. Man quetscht sich in die…richtig.. Holzklasse. Diese ist übrigens nicht so schlimm wie zunächst vermutet. Eine Zugstrecke von 8-10Stunden hält man schon aus, aber für lange Strecken ist eine Liege in einem “Sleeper Train” schon besser. Wer sich näher in die Materie einlesen will, nur um mal einen kleinen Eindruck von der Komplexität zu bekommen, der kann das hier tun:

http://www.nachindienreisen.de/256/zug-fahren-in-indien/#more-256

http://augen-auf-reise.de/erfahrungsberichte/zug-fahren-in-indien/

Naja, da heisst es Augen zu und durch. Wer in Indien reisen will, sollte Zeit und Gedult mitbringen. Aber vielleicht bin Ich auch nur Shinkansen verwöhnt. Für ne 8h Strecke in Indien braucht der japansiche Zug 1 1/2h. Und Indien ist 9 mal grösser als Deutschland. Also vieeeel Gedult mitbringen…